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Schon ein erster Blick auf die Landkarte genügt, um zu erahnen, was Kalabrien alles zu bieten hat. Von zwei Meeren umspült hält die schmale Landzunge eine große Anzahl an Attraktionen bereit, die Kalabrien zu einem interessanten und abwechslungsreichen Reiseziel macht. Die Stiefelspitze bietet nicht nur viele Sonnenstunden, sondern eine Fülle von Naturschönheiten und kulturellen Schätzen. Am Tyrrhenischen und Ionischen Meer führen viele Orte geradezu ein Doppelleben: Die historischen, malerischen Altstädte liegen meist erhöht in sicherem Abstand zu den einst von Piraten heimgesuchten Küsten, während die Badeorte in günstiger Lage direkt am Meer zu finden sind. Wer die Schönheit der 780 Kilometer langen kalabresischen Küste vor Augen hat, wundert es kaum, dass 85 Prozent der Bewohner in Küstennähe wohnen. Es sind die weitläufigen Bilderbuchstrände und abgeschiedenen Buchten, die in Kalabrien noch nicht einmal im August überbevölkert sind.
Die Gegenden um Tropea und Capo Vaticano gehören zu den schönsten Strandgebieten am Tyrrhenischen Meer. Von der Küste bieten sich atemberaubende Ausblicke auf das türkis- und azur-glitzernde Meer sowie die Klippen und zahlreichen kleinen, teilweise noch einsamen Buchten. Bei guter Fernsicht kann man die Äolischen Inseln, die Straße von Messina und sogar Sizilien sehen. Die langen Sandstrände des Ionischen Meeres mit kristallglarem Wasser muten fast schon karibisch an.

Kalabrien ist ein vorwiegend gebirgiges Land. Den Norden beherrscht das mächtige Massiv des Monte Pollino, dann folgen die weitflächige Sila, die Serre und der Aspromonte, der südlichste Zipfel des Appenin. Drei Nationalparks wurden eingerichtet, um die noch weitgehend unberührte Natur Kalabriens zu erhalten: Im Norden an der Grenze zur Basilikata steht das Kalksteinmassiv des Pollino seit 1994 unter Schutz. Im Zentrum Kalabriens liegt das Hochplateau der Sila mit ausgedehnten Wäldern und Seen. Seit 1968 gehört die Sila zum „Parco Nazionale della Calabria“, der die letzten Urwälder Italiens unter Schutz stellt. Auch der Aspromonte an der eigentlichen Stiefelspitze ist seit 1994 Nationalpark.

Historische Relikte stammen fast alle aus der Antike, als griechische Einwanderer an der westlichen Südküste Italiens zahlreiche bedeutende Städte gründeten. Funde aus den Ausgrabungen dieser sog. „Magna Grecia“ sind in dem sehr interessanten Archäologischen Nationalmuseum von Reggio die Calabria ausgestellt.

Eine Reise nach Kalabrien ist auch gleichzeitig eine kulinarische Entdeckungsreise. Während im Hinterland vor allem fantasievolle Pilzgerichte, würzige Käsesorten und Wurstspezialitäten auf den Tisch kommen, wird an der Küste eher leichte, mediterrane Kost serviert. Fischspezialitäten sind bei fast jeder Mahlzeit die Protagonisten. Zudem ist die kalabresische Küche reich an Gemüsesorten, die gedünstet, gegrillt oder frittiert gereicht werden. Die kalabresische Weinkarte wird selbst anspruchsvollen Gaumen gerecht. Ungezählte Sonnenstunden bieten günstige Voraussetzungen für den Weinanbau.

 

 

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