




Die Liparischen oder auch Äolischen Inseln sind eine Inselgruppe im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien. Sieben Inseln bilden den Archipel und jede hat einen eigenen Charakter. Gemeinsam ist ihnen der vulkanische Ursprung, eine phantastische, abwechslungsreiche Landschaft und kristallklares, sauberes Meer. Die Liparischen Inseln liegen zwischen 30 km und 80 km vor der Nordküste Siziliens. Der sizilianischen Küste am nächsten ist Vulcano. Nördlich folgen Lipari und Salina, westlich davon Filicudi und Alicudi, nordöstlich Panarea und Stromboli.
Die Vegetation wird hauptsächlich von der typischen Macchia gebildet: Oleander, Myrten, Heidekraut und Ginster wechseln sich mit aromatischen Sträuchern von intensivem Duft und Johannisbrot-, Feigen-, Mandel- und Olivenbäumen ab.
Die Inseln sind seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. bewohnt. Die ersten Bewohner kamen aus Sizilien, ihnen folgten dorische Siedler aus Knidos und Rhodos. Bis zur Einnahme durch die Römer 252 v.Chr. wurden die Inseln von Griechen und Karthagern umkämpft. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches dienten sie als Unterschlupf für Piraten. Ab dem 9. Jh. herrschten Araber, Normannen und osmanische Seefahrer, bis im 17. Jahrhundert die katholische Kirche die Inseln unter ihre Obhut nahm und neu besiedelte.
Lipari ist die lebendigste und meistbesuchte Insel. Den vulkanischen Ursprung offenbaren die Thermalquellen, die Solfataren und die 12 vulkanischen Kegel. Die Küsten sind stark gegliedert mit atemberaubend schönen Stränden. Lipari steht nicht nur für Meer, sondern auch für Kunst, Archäologie und eine raffinierte Gastronomie mit hervorragenden aromatischen lokalen Weinen.
Salina, die zweitgrößte der Inseln, präsentiert sich grün und fruchtbar aufgrund ihrer zahlreichen Wasserquellen. Den Namen verdankt sie einem kleinen Salzsee auf der südöstlichen Landzunge. Salina hat auch die höchsten Berggipfel – die Vulkane, aus denen die Insel entstanden ist. Der Monte Fossa delle Felci (962 m) hat den schönsten Erdbeerbaumwald des Mittelmeerraumes.
Panarea ist die Lieblingsinsel der Elitetouristen. Der Hauptort Contrada San Pietro, mit seinen weißen Häusern und von Olivenbäumen und Zyklopenmauern umgeben, liegt auf der Ostseite. Im Norden der Insel stoßen die Fumarolen Gas und warmen Dampf aus. Hier erreicht die Erdtemperatur bis zu 100°. Das prähistorische Dorf der Punta Milazzese, ein Hüttendorf aus der Bronzezeit, liegt im Südosten der Insel.
Stromboli wird optisch von einem noch aktiven Vulkan beherrscht, der regelmäßig rauchende Lavafontänen herausschleudert. Den Bewohnern bietet sich täglich ein faszinierendes Bild: Nachts kann man den glühenden Lavastrom langsam ins Meer fließend leuchten sehen, tagsüber bietet die Insel ein kontrastvolles Farbenspiel mit dem Schwarz der Lava, dem dunklen Grün der Büsche und dem intensiven Blau des Meeres.
Auf der Insel Vulcano sind die Strände schwarz und an vielen Stellen gibt es Fumarolen – heiße Gas- und Dampfquellen, die das Meerwasser zum Kochen bringen. Die letzte Eruption des Vulkans liegt 100 Jahre zurück. Der Hafenort Porto di Levante ist mit seinen Boutiquen, Restaurants und Hotels im Sommer stark frequentiert, im Winter gehört sie ganz den wenigen Bewohnern.