




Bari ist die Hauptstadt der süditalienischen Region Apulien und liegt am Adriatischen Meer. Auch Bari blickt auf eine reiche Vergangenheit zurück. Das Römische Barium war ein einfaches Handelszentrum, aber unter den Sarazenen wurde es 847 Provinzhauptstadt und später Sitz des „Catapan“, des byzantinischen Gouverneurs von Süditalien. Unter den Normannen, die es 1071 eroberten, entwickelte es sich zu einer bedeutenden Seemacht, die sich mit Venedig messen konnte. Heute ist Bari die geschäftige Hauptstadt Apuliens.
Bari hat zwei gegensätzliche Gesichter: das eine die am Reißbrett angelegte Neustadt mit vielen Einkaufsstraßen, unmittelbar daneben die sympathische, fast kleinstädtisch wirkende Altstadt. Die engen Gässchen der Altstadt, die auf eine weit vorspringende Halbinsel gebaut ist, beginnt an der Piazza Mercantile. Mitten im Gassengewirr des historischen Zentrum befindet sich die Cathedrale San Sabino, die sich seit dem 12. Jh. ihr mittelalterliches Aussehen perfekt bewahrt hat. Es dominiert der strenge Stil der apulischen Romantik, mit wenig barockem Zierrat. In der Seitenkapelle befinden sich die Reste eines Fußbodenmosaiks und die uralte Ikone der Maria Odegitria, die als größtes Heiligtum Baris verehrt wird.
Ebenso mächtig wie die Kathedrale ist die aus weißem Kalkstein erbaute Basilika di San Nicola. Sie wurde Ende des 12. Jh. erbaut, um die Gebeine des Bischofs Nikolaus von Myra an der türkischen Südküste aufzunehmen, auf den unsere Nikolaus-Geschichte zurückgeht. Kaufleute aus Bari hatten um 1087 den Sarkophag mit den Reliquien des verehrten Schutzpatrons der Seeleute aus der Türkei entführt und kamen damit den Venezianern zuvor, die dasselbe vorhatten. Alljährlich wird dies am 8. Mai mit einer großen Bootsprozession gefeiert. Das ausgesprochen festungsartige Äußere der Basilika täuscht nicht. Der rechte Turm gehörte ursprünglich zu einem Kastell. Durch das reich geschmückte Portal gelangt man ins Innere, wo sich auch eine Schatzkammer mit Geschenken an den Heiligen befindet. Die reich verzierte Holzdecke stammt aus dem 17. Jh., der Altar ist mit einem prächtigen Baldachin überdacht. Dahinter befindet sich auf einem byzantinischen Mosaikboden ein wertvoller Bischofsthron aus dem 11. Jh. Die angeblichen Überreste von „Santa Claus“ befinden sich in der Krypta.
Interessant ist auch das Castello Normanno Svevo, das vom Staufer-König Friedrich II an der Stelle verschiedener früherer Wehrbauten errichtet wurde. Von außen wirkt das mit seinen starken Bastionen hinter einem breiten Graben sehr beeindruckend.