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Genua, die Hauptstadt der Region Ligurien, blickt auf eine lange Geschichte als Seefahrerstadt zurück; schon zu Zeiten der Griechen und Phönizier brachte es die Stadt zu Macht und Ansehen. Später war Genua Zentrum eines kleinen Handelsimperiums, das für kurze Zeit sogar die Vorherrschaft über Venedig erlangte. Große Seefahrer wie Andrea Doria und Christoph Kolumbus wurden hier geboren. Genuas Aufstieg begann im 12. Jahrhundert, als es der Stadt gelang, die Sarazenen von den Küsten Liguriens zu vertreiben. Danach machte sich blühender Wohlstand in der Stadt breit, man verdiente an den Kreuzfahrern und an der Seefahrt. Das Goldene Zeitalter als starke Seemacht dauerte bis ins 16. Jh. bis zur Herrschaft Andrea Dorias, der die Kassen der Stadt prall füllte, indem er die Kriege von Genuas Verbündeten durch die Hausbank der Stadt finanzierte. Aber Streit unter den herrschenden Häusern und die Eroberung durch die Franzosen und Österreicher sorgten im 17. und 18. Jh. für den Niedergang der Stadt. Erst im frühen 19. Jh. konnte sich Genua durch Giuseppe Manzini und den Revolutionär Garibaldi, die beide für die Einheit Italiens kämpften, einen Teil des alten Glanzes zurück erobern.

Genua, heute der bedeutendste Handelshafen Italiens, breitet sich weit zwischen den dicht bewaldeten Berghängen aus. Pastellfarbene und rote Häuserfronten staffeln sich kilometerweit hinauf und bilden in den höheren Lagen ein bizarres System aus Tunnels, Treppen und Brücken. Das alte Hafenviertel mit seinen schmalen verwinkelten Kopfsteinpflastergässchen zwischen verblühten Prachtfassaden wird hauptsächlich von Seeleuten und fliegenden Händlern frequentiert.
Wer sich entschließt, die Stadt in aller Ruhe zu besichtigen, wird reichlich belohnt, denn Genua ist voll von Geschichte. Die Paläste der Via Balbi und Via Garibaldi sowie die Gemälde und Skulpturen in Kirchen und Museen gehören zu den bedeutendsten Italiens. Sehr sehenswert sind:
Palazzo Reale – seit dem 17. Jh. Residenz des Hauses Savoyen, besitzt einzigartige Rokoko-Prunkräume, allen voran Ball- und Spiegelsaal, Gemälde von Parodi und Carlone sowie die Kreuzigung von van Dyck. Zum Palast gehört ein Garten mit Blick auf den Hafen und einem Kopfsteinmosaik um den Brunnen, das Häuser und Tiere darstellt.
Gegenüber steht die von Bartolomeo Bianco 1650 erbaute Universität.
Palazzo Bianco – steht an der schönsten Straße Genuas, der Via Garibaldi, nahe den prächtigen Herrenhäusern und Palästen aus dem 16. Jh. Heute beherbergt der Palazzo die größte Gemäldesammlung der Stadt mit dem Schwerpunkt auf Genueser und ligurischen Malern. Zu den bekanntesten Künstlern zählen Filippino Lippi, Veronese, van Dyck und Rubens.
Gegenüber steht der Palazzo Rosso; auch er beherbergt eine Gemäldesammlung mit Werken von Dürer und Caravaggio; weiterhin zu sehen sind Keramiken, Möbel, Münzen und Fresken aus dem 17. Jh.
Friedhof von Staglieno – Der Friedhof ist eine Miniaturstadt aus Kathedralen, ägyptischen Tempeln und Jugendstilpalästen. Dieser herrliche, 1844 angelegte Friedhof an den Hängen entlang dem Fluss Bisagno nordöstlich von Genua ist mit 160 ha so groß, dass eigens für ihn eine Buslinie eingerichtet wurde.

Auch die Umgebung Genuas hat viel zu bieten, ganz gleich, ob man sich für das Bergland oder die Küste entscheidet.

 

 

 

 

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