





Neapel, die Hauptstadt Kampaniens, ist eine der wenigen Städte des Altertums, die nie ganz zerstört wurde. Sie wurde von den Griechen gegründet, von den Römern vergrößert und verschönert und stellte in den darauf folgenden Jahrhunderten die begehrteste Beute für ausländische Eroberer und Herrscher dar – vor allem für Normannen, Staufer, Franzosen und Spanier. Seit Jahrhunderten beherrscht Neapel Süditalien – den Mezzogiorno, das Land der Mittagssonne. Auf der Seeseite liegen die Inseln Capri, Ischia und Procida, auf der Landseite der Vesuv. Herculaneum und Pompeji im Schatten des Vulkans, der sie zerstörte, sind die aufschlussreichsten Ruinen in Italien.
Wer das erste Mal nach Neapel kommt, wird gefangen von der Lebendigkeit der Bewohner, dem scheinbaren Chaos, den knatternden Vespas und dem sich mehr oder weniger lautstark abspielenden Leben unter freiem Himmel. Ob die Rufe der Markthändler oder der kleine Klatsch von Fenster zu Fenster über die Gasse hinweg: Lebhafte und gestenreiche Kommunikation gehört zu den Alltagsszenen, die Besucher der Stadt am Vesuv oft als bleibende Erinnerung mitnehmen. Die zahlreichen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten und Museen von Weltrang zählen zu den meist besuchten Italiens.
Das Zentrum von Neapel, voll von Palästen, Kirchen und Klöstern, drängt sich um nur wenige Straßen. Viele der Kunst- und Architekturschätze befinden sich im Nordosten der Stadt, so auch das Museo Archeologico Nazionale mit Kunstwerken aus Herculaneum und Pompeji.
Die Architektur spannt einen weiten stilistischen Bogen: von der französischen Gotik des Doms bis zur Florentiner Renaissance der Porta Capuana.
Der Stadtteil Santa Lucia ist das alte Herz Neapels. Hier findet man viel Sehenswertes, besonders prachtvolle Kirchen des 14. und 15. Jahrhunderts.
Im Südosten liegen Neapels Burgen und der Königspalast, sowie das Spanische Viertel. Am Rande der Altstadt befinden sich einige Museen in historischen Gebäuden. Das Spanische Viertel, einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile, wurde nach den spanischen Truppen benannt. Während der spanischen Herrschaft über Neapel (16./17. Jh.) lag unten das Wohnviertel des spanischen Adels, während die Soldaten an den Hängen untergebracht waren. In diesem Viertel mit einem Netz schmaler Straßen und Treppengassen, die den Hang hinaufklettern, und alten, vielen renovierungsbedürftigen Palazzi findet man das typisch neapolitanische Straßenbild.
Seit der Aufbruchstimmung der frühen 1990er Jahre erstrahlen zahlreiche Paläste und Plätze nach aufwendigen Restaurierungen wieder in altem Glanz, und die verwinkelte Altstadt zählt zum Kulturerbe der Menschheit. Wer Neapel besucht, landet mitten im Leben. Die temperamentvolle Millionen-Metropole hat ihr einst negatives Image abgelegt und begeistert heute durch elegante Einkaufsmeilen, große Kunst in den Palästen und Museen und den Zeugnissen einer reichen, über 2500jährigen Geschichte.