





Palermo, die Hauptstadt Siziliens, liegt im Norden der Insel in der malerischen Bucht „Conca d’Oro (goldene Muschel). Von dem Berg Pellegrino dominiert und dem tiefblauen Meer gesäumt gleicht Palermo einer großartigen Theaterkulisse. Den heutigen Namen Palermo gaben die Griechen, die den natürlichen Hafen begehrten. In der 3000 Jahre alten Stadt hinterließen vor allem Punier, Römer und Normannen ihre Spuren. Im 8. Jh. v. Chr. gründeten die Phönizier die Stadt als Handelsstützpunkt. Während des ersten Punischen Krieges war Palermo ein wichtiges Bollwerk der Karthager. Unter dem römischen Herrscher Augustus entwickelte sich Palermo zu einer der bedeutendsten Städte auf Sizilien. Nach dem Verfall des Römischen Reiches überfielen die Vandalen mehrfach Palermo, und erst unter islamischer Herrschaft ab 831wurde die Stadt zu einem blühenden Wirtschaftszentrum. Seit der Antike war Sizilien die Kornkammer der damaligen Welt und daher ständig von den politischen Mächten umkämpft. Im 11. Jh. wurde Sizilien von den Normannen erobert. Unter den normannischen Herrschern entstanden zahlreiche Kirchen und Paläste mit deutlich arabischen Stileinflüssen. Diese Bauten, Zeugnis einer arabisch-byzantinisch-normannischen Symbiose in der Kunst, sind u.a. die Sommerresidenz La Zisa im Stil eines arabischen Wüstenschlosses oder die Kirchen San Giovanni degli Eremiti und San Cataldo mit ihren rot getönten Kuppeln. Der Staufer-König Friedrich II. baute Anfang des 12. Jh. Palermo zu einer glanzvollen Residenz aus. Nach der Hinrichtung des letzten Staufer-Königs Konradin gelangte Palermo in den Besitz der Aragonier, Österreicher und Bourbonen, bis 1860 Giuseppe Garibaldi in Palermo einzog, und ein Jahr später Sizilien zum neuen Königreich Italien gehörte.
Heute sind Palermo und die nahe gelegenen schönen Badeorte zu einem sehr beliebten Urlaubsziel geworden. Nach der erfolgreichen Bekämpfung der Mafia-Machenschaften hat sich Palermo nach aufwendigen Restaurierungen und Modernisierungs-Programmen zu einer lebensfrohen Stadt gewandelt. Dies zeigt sich auch auf Palermos pittoresken Märkten, die sich über die Straßen und Gassen der Altstadt erstrecken. Nicht versäumen sollte man den Markt Vucciria. Hier scheint die Zeit spurlos vorübergegangen zu sein. Wie seit jeher preisen die Händler ihre Waren mit orientalisch anmutendem Singsang an. Von den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt sind unbedingt zu sehen:
Teatro Massimo – eine der größten Bühnen Europas, im 19. Jh. erbaut, in dem Opern, Ballet und Konzerte von internationalem Niveau angeboten werden;
Palermos Dom – ein architektonisches Prunkstück verschiedener Baustile, dessen Errichtung bis ins Jahr 1148 zurückreicht. Hier ist auch das Grab des Staufer-Königs Friedrich II.;
Cappella Palatina – die Säulenbasilika aus dem 12. Jh., Herzstück des verschachtelten Normannenpalastes, ist ein kostbares Architekturjuwel mit prachtvollen Mosaikzyklen in byzantinischer Tradition;
S. Giovanni degli Eremiti – im Stil einer Moschee erbaute Kirche mit fünf roten Kuppeln und Kreuzgang aus dem 13. Jh. mit zierlichen Zwillingssäulen inmitten eines exotischen Gartens. Convento dei Cappuccini – Kapuzinerkloster mit der wohl makabersten Sehenswürdigkeit der Stadt: In den Katakomben fand im 16. bis 18. Jh. die palermitanische Oberschicht ihre letzte Ruhestätte – zu sehen sind bis heute über 8000 Mumien und Skelette.
Orto Botanico – der zauberhafte Botanische Garten Palermos ist über 200 Jahre alt und fasziniert durch die Pracht seiner exotischen Pflanzen-Raritäten.