





Parma, Provinzstadt in der Region Emilia Romagna, liegt in den Ausläufern der Po-Ebene und ist südlich begrenzt durch die Hänge des Appenin. Geschäftiges Leben und buntes Treiben prägen das Stadtbild – Parma wirkt kein bißchen provinziell, im Gegenteil, fast großstädtische Eleganz und ein gewisses kosmopolitsches Flair sind zu spüren. Und natürlich ist Parma auch kulinarische Metropole. Nur hier, an den waldreichen Hängen des Appenin, wehen die Fallwinde so ideal, dass die berühmten Parmaschinken zur Delikatesse reifen können. Und kein Käse ist so berühmt wie der Parmesan (parmigiano). Es gibt davon zwei Sorten, den hochwertigen Parmigiano-Reggiano und den ebenso beliebten Grana. Die Herstellungstechniken haben sich in den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert.
Die Stadtgeschichte geht bis auf die Etrusker zurück. Der römische Konsul Marcus Aemilius Lepidus schließlich gründete am rechten Ufer des Flusses Parma die Stadt 84 v. Chr. Nach dem Untergang des römischen Reiches war Parma ein Spielball der Mächte: Von den Langobarden, über fränkische Pfalzgrafen, dem Kirchenstaat, Mailand, den Franzosen, Bourbonen bis hin zu Marie-Luise von Österreich hat so ziemlich jede bedeutende regionale Macht das Zepter über Parma geschwungen.
Nur wenige italienische Städte sind so wohlhabend wie Parma, das einen Schatz an Gemälden, Skulpturen und mittelalterlichen Bauwerken besitzt. Der lombardisch-romanische Dom an der Piazza Duomo, einer der schönsten in Norditalien, ist berühmt für das Gemälde „Himmelfahrt Mariens“ (1534) von Antonio da Correggio. Das Mittelschiff schmücken Werke der Schüler Correggios und im Querhaus ist ein geschnitztes Fries (1178) von Benedetto Antelami, der auch einen Großteil des etwas südlich der Kathedrale gelegenen Baptisterium (1196) schuf. Die Reliefs an der Fassade und im Innern zählen zu den bedeutendsten ihrer Zeit in Italien. Östlich des Doms steht die Kirche San Giovanni Evangelista (1498-1510), dessen Kuppelfresko von Correggio die „Vision des Evangelisten Johannes in Patmos“ zeigt. Hier, sowie in der Kirche Madonna della Steccata an der Via Dante findet man weitere Fresken von Parmigianino, einem Schüler Correggios.
Der gewaltige Palast „Palazzo Pilotta“ wurde im 16. Jh. für die Familie Farnese errichtet und nach Bombenschäden im 2. Weltkrieg wiederaufgebaut. Der Komplex besteht aus mehreren Teilen, darunter das Teatro Farnese (1628), eine komplett aus Holz bestehende Kopie des hinreißenden Theaters von Palladio in Vicenza.
In der Galleria Nazionale sind neben Parmigianino und Correggio auch Werke von Fra Angelico, Bronzino und El Greco sowie zwei monumentale Gemälde von Ludovico Carracci au dem späten 16. Jh. zu sehen.
Im Museo Archeologico Nazionele sind Exponate aus der etruskischen Nekropolis Velleia sowie von verschiedenen vorgeschichtlichen Fundstellen in Parma ausgestellt.