





Die Stadt Syrakus liegt an der südöstlichsten Küste Siziliens im Mündungsgebiet der Flüsse Anapo und Ciane. Der Kern der Altstadt befindet sich auf der ca. 40 ha großen Insel Ortygia, die zwischen zwei Naturhäfen liegt und nur durch eine enge Durchfahrt vom Festland getrennt ist. Vom Festland und der Neustadt aus ist Ortygia über die Brücke Ponte Nuovo zu erreichen.
In der Antike war Syrakus über mehrere Jahrhunderte die mächtigste Stadt der damals bekannten Welt. Cicero beschrieb sie als die größte und schönste aller griechischen Städte.
Syrakus wurde 734 v. Chr. von griechischen Siedlern gegründet. Unter der Herrschaft von Tyrannen gelang es ihr mehrere Jahrhunderte, sich den Angriffen fremder Eroberer zu widersetzen. Auch wissenschaftlich und kulturell spielte Syrakus eine bedeutende Rolle.
Platon lehrte hier Philosophie und Archimedes entwickelte Kriegsmaschinen zur Verteidigung der Stadt. Erst 212 v. Chr. gelang es den Römern, Syrakus einzunehmen. Nach dem Untergang Roms fiel die Stadt über drei Jahrhunderte an das Oströmische Reich und wurde an Stelle Konstantinopels im Jahr 660 sogar dessen Regierungssitz. Als im 9. Jahrhundert die Araber Sizilien eroberten, wurde Syrakus ein Zentrum des Islam in Italien, das es bis ins 11. Jahrhundert blieb. Nach einer kurzen Herrschaft von Byzanz fiel Syrakus unter die Herrschaft der Normannen und danach unter die Staufer-Herrschaft von Kaiser Friederich II. In den darauf folgenden Jahrhunderten bestimmten Anjou, Aragon, Savoyen, die Habsburger und die spanischen Bourbonen die Geschichte der Stadt. Erst nach der Vereinigung Siziliens mit Italien im Jahr 1861 wurde Syrakus regionale Hauptstadt. Heute ist Syrakus mit 124.000 Einwohnern Siziliens viertgrößte Stadt.
Syrakus ist zusammen mit der Nekropolis von Pantalica ein außergewöhnliches Zeugnis der Entwicklung der Zivilisation über mehr als drei Jahrtausende. Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Kunstschätzen sind besonders eindrucksvoll die Kathedrale Santa Maria delle Colonne mit barocker Fassade und gut erhaltenen griechischen Säulen im Innern, Überreste des Tempels der Göttin Athene. Mittelpunkt der Stadt ist die Piazza Archimedes. Neben den Griechen und Römern hinterließen die Araber, Normannen, Staufer und Borbonen zahlreiche interessante Spuren in der Stadt. Das Castello Maniace, eine von Friedrich II. im Jahr 1239 errichtete Festung an der Südspitze der Insel Ortigia, gehört zum inneren historischen Kern der Stadt.
Mit dem Foro Vittorio Emanuele II, einer der schönsten Stadtpromenaden im Mittelmeerraum, dem riesigen römischen Amphitheater im westlichen Teil von Syrakus, dem griechischen Theater aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., dem Altar des Hieron, den weitläufigen Katakomben, den Tempeln und Museen, der Süßwasserquelle bzw. dem Brunnen Fonte Aretuso wartet Syrakus mit außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten auf. 2005 erklärte die UNESCO Syrakus zum Weltkulturerbe.